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 Tierwettbewerb
  
 
Die Gewinner des Tierwettbewerbs
So sieht eine artgerechte Haltung von Meerschweinchen aus: Dominique Kleiber hat mit seinem Gehege für die Meerschweinchen den ersten Preis gewonnen.
«Ein vernünftiger Weg» Hans Wyss über die neue Tierschutzverordnung.
Schaut, dass es ihrem Hamster gut geht: Lorena Hartmann aus Hermetschwil-Staffeln.
Gustav Egli in der grossen Voliere, die Platz genug bietet für zwölf Kanarienvögel.
Dieser Voliere in Niederwil hat in der Kategorie Wellensittiche den ersten Preis gewonnen.
Der erste Preis für die beste Kaninchenhaltung geht an Susanne Nötzli in Roggenburg.
Sybylle Rechsteiner von Vitakraft.

 

Die Jury des Bundesamtes für Veterinärwesen hat sich entschieden: Die besten Haltungen von Hamstern, Kanarienvögeln, Kaninchen, Wellensittichen und Meerschweinchen sind ausgewählt.

Das freut die Tiere: Ihre Halter wollen, dass sie glücklich sind. Denn über 1300 Leute haben ihre Dokumentationen eingesandt, um ihre Tierhaltung beim grossen Wettbewerb der Coopzeitung und des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET) beurteilen zu lassen. Und die Dossiers zeigen, wie gross das Interesse daran ist, die Haustiere wirklich artgerecht zu halten. Aus der Deutschschweiz kamen über 81 Prozent der Einsendungen, 15 Prozent aus dem Welschland und 4 Prozent aus dem Tessin. Mit 50 Prozent waren die Dossiers zur Meerschweinchenhaltung klar in der Überzahl, gefolgt von Kaninchen mit 39 Prozent, Wellensittichen mit 7, Kanarienvögeln mit 3 und Hamstern mit 1 Prozent.
Die Gewinner erhalten je nach Rang Ferien im Schweizerischen Nationalpark im Engadin, Zooabonnemente, Gutscheine und Futterpakete. Die Preise werden grösstenteils von Vitakraft gestellt. Doch es profitieren nicht nur die prämierten Tierhalter. Jeder, der ein Dossier eingereicht hat, bekommt vom BVET eine Beurteilung seiner Tierhaltung und wertvolle Tipps, wie er es noch besser machen kann.

Das BVET hat auch eine sehr informative Seite im Internet aufgeschaltet. Dort finden Sie neben den wichtigsten Punkten zur neuen Tierschutzverordnung auch ausführliche Anleitungen zur richtigen Haltung sowie Infos zu den Grundbedürfnissen der verschiedenen Tierarten. Dazu gibt es auch Videos. Ausserdem kann die neue Tierschutzverordnung als PDF heruntergeladen werden.

Vom Schützen und Nützen

Für Hans Wyss enthält die neue Tierschutzverordnung, die seit 1. September gilt, wichtige Neuerungen. Der Direktor des Bundesamtes für Veterinärwesen über Kompromisse, Strafen und Verantwortung.

Coopzeitung: Können Sie noch gut schlafen?
Hans Wyss: Ja, sehr gut! Warum?

Weil die Tierschutzverordnung zum Teil heftig kritisiert wird. Dem Bauernverband geht sie zu weit - und dem Schweizer Tierschutz nicht weit genug.
Dass beide in entgegengesetzte Richtung Kritik anbringen, zeigt, dass wir wahrscheinlich einen vernünftigen Weg eingeschlagen haben. Wir haben probiert, den Weg zwischen Schützen und Nützen vernünftig zu gehen. Das bringt mein Job auch mit sich, dass es nicht das erste Ziel sein kann, alle zufriedenzustellen. Schlecht wäre es, wenn die eine Organisation alles total gut finden würde und die andere alles schlecht. Dann hätten wir den Mittelweg nicht getroffen.

Das braucht auch Kompromisse.
Schon bevor der Vorschlag in die Anhörung ging, sind sehr viele Vorarbeiten gemacht worden. Und während dieser Vorarbeiten hat man immer auch Tierschutz und Produzenten miteinbezogen. Dann haben wir einen Anhörungsvorschlag gemacht. Und es kamen über 530 Stellungnahmen. Und schliesslich kristallisiert man die kritischsten Punkte heraus. Im Nutztierbereich hat sich das am Schluss auf etwa zehn Punkte reduziert. Und dort hat man eine Kompromisslösung gesucht, die eine Verbesserung bringt, aber ökonomisch verträglich ist. Und ich denke, das haben wir gut hingebracht. Das Tierwohl wirkt sich zumindest in gewissen Bereichen auch positiv aus auf die ökonomische Seite. Das ist nicht immer ein Kontrapunkt.

Was sind die Meilensteine der Verordnung?
Ich wäre vorsichtig mit dem Wort Meilenstein. Das Wichtigste ist, dass man die ganze Palette von Tierhaltungen abdeckt. Und dass man bei allen Verbesserungen machen konnte, die sich für das Tier positiv auswirken, weil auf seine Grundbedürfnisse Rücksicht genommen wird. Aber es gibt nicht den Meilenstein par excellence. Für mich persönlich war es wichtig, dass endlich die Anbindehaltung von Pferden verboten wird. Ein Pferd braucht Bewegung.

Wie wird die Einhaltung kontrolliert?
Es ist ganz wichtig, dass sich jeder der grossen Verantwortung bewusst ist, wenn er Tiere hält. Tiere haben auch für Kinder einen starken erzieherischen Wert, gerade punkto Verantwortung. Kont-rollen werden erst dort gemacht werden können, wo man Hinweise auf Probleme hat. Es darf nicht das Ziel sein, dass man in jeden Haushalt geht und kontrolliert. Die Bestimmungen sind nicht zuletzt auch dazu da, dass man dort, wo etwas wirklich nicht gut läuft, die rechtlichen Grundlagen hat, um Massnahmen zu ergreifen.

Viele Leute fragen sich jetzt, ob und wie sie bestraft werden, wenn sie etwa ein Meerschweinchen alleine halten.
Das ist ein gutes Beispiel. Der Punkt, dass Meerschweinchen oder Wellensittiche nicht mehr alleine gehalten werden dürfen, das ist von manchen Medien als absurd dargestellt worden. Aber für jedes sozial lebende Tier ist der Sozialkontakt etwas ganz Wichtiges. Und was die Strafen angeht, das ist vielleicht auch ein Problem von uns Schweizern. Wir denken immer gleich als Erstes an Kontrollen und Strafen. Aber in dieser Verordnung ist ja ein grosser Schwerpunkt die Informations- und Ausbildungsverbesserung. Wichtig ist, dass man sich vor der Anschaffung eines Tieres überlegt: Habe ich die Voraussetzungen, die Zeit? Bin ich bereit, diese Verantwortung zu übernehmen? Am Schluss ist das alles viel wichtiger als irgendwelche Strafbestimmungen.

Und was war Ihr Eindruck von den Haltungen beim Tierwettbewerb?
Für mich ist es auch sehr erfreulich, wie viele mitgemacht haben. Diese Leute investieren viel in ihre Tierhaltungen. Und wir konnten so auch die Bedürfnisse von Tierarten vermitteln, die bis jetzt nicht so im Fokus standen.
Interview: Katalin Vereb


Alles aus Liebe zu den Tieren

Die Wettbewerbspreise hat Vitakraft gesponsert. Firmensprecherin Sibylle Rechsteiner über Tierhaltung und Haustiere.

Coopzeitung: Warum haben Sie sich beim Tierwettbewerb engagiert?
Sibylle Rechsteiner: «Aus Liebe zum Tier»! Dieser Satz steht bei uns an erster Stelle. Zudem möchten wir die sozial bedeutsame Mensch-Heimtier-Beziehung weiter fördern und gleichzeitig eine artgerechte Heimtierhaltung und -Ernährung unterstützen. Das Engagement von Coop im Bereich Tierschutz erachten wir als äusserst sinnvoll und haben diesen Wettbewerb daher gerne unterstützt.

Was denken Sie über die neue Tierschutzverordnung?
Als verantwortungsvolles Unternehmen setzen wir uns seit jeher für eine artgerechte Haltung und Ernährung ein. Wir befürworten daher, dass diese wichtigen Punkte nun auch gesetzlich verankert wurden.

Was tut Vitakraft konkret für die artgerechte Tierhaltung?
Auf unserer Homepage findet der Konsument alles Wissenswerte zur artgerechten Haltung und Ernährung für sein Tier. Des Weiteren kann er direkt über diese Homepage mit unserem Konsumentendienst Kontakt aufnehmen, falls noch Fragen offen sind. Wir verkaufen nur Nagerheime, die den Anforderungen des Schweizer Tierschutzes STS entsprechen.

Wie wird ein neues Tierfutter bei Vitakraft entwickelt, zum Beispiel die Kräcker bei den Meerschweinchen?
Wir orientieren uns bei der Entwicklung von neuen Produkten an den natürlichen Lebensräumen der Tiere. Es ist sehr wichtig, dass sich Heimtiere genügend beschäftigen können. Unter diesem Aspekt wurde der Kräcker entwickelt.

Vitakraft hat ein sehr breites Angebot für viele verschiedene Tiere, wie bringt man das alles unter einen Hut?
Gerade weil wir uns als Familienunternehmen seit über 150 Jahren ausschliesslich den Heimtieren widmen, können wir sämtliche Tierbereiche optimal und kompetent abdecken.

Haben Sie Haustiere?
Ja, ich habe zwei Griechische Landschildkröten. Aufgewachsen bin ich mit Katzen, Vögeln, Meerschweinchen und Fischen.lvk

Meerschweinchen Ein grosses Gehege mit viel Abwechslung

Hier können Meerschweinchen Meerschweinchen sein: Bei Daniela Schlienger und Dominique Kleiber in Schupfart (AG) wohnen elf davon. Die Tiere haben ein mehrgeschossiges Gartenhaus, wohin sie sich zurückziehen können und ein gut geschütztes Freigehege mit kleinen Häuschen, Pflanzen und Verstecken. Das Gehege ist rund 30 Zentimeter in den Boden eingegraben, zum Schutz vor Wildtieren. Dominique Kleiber erweitert es im Sommer zudem mit einem Zaun, damit die Meerschweinchen noch mehr Platz haben.

Die vier weiteren Hauptgewinner 

Kanarienvögel: Eine Voliere unter freiem Himmel
In dieser grossen Voliere leben glückliche Kanarienvögel: Zwölf sind es insgesamt. Sie sollten nie allein gehalten werden. Diese Tiere brauchen die Gesellschaft von Artgenossen. Und sie können sich über viel Freiraum, Pflanzen, Äste und eine Badegelegenheit freuen. Und wenns heiss wird, gibts eine künstliche Regenanlage, im Winter eine Wärmeglocke. Gustav Egli, Leiter der Residenz Bethesda in Küssnacht ZH, ist stolz auf die Voliere, die Emmanuel Martins konzipiert hat und die er auch pflegt.

Hamster: Hier gibts genug Platz, um viel zu graben
Ein Hamster ist nicht gern ausgestellt. Er liebt es, wenn die Einstreu im Gehege möglichst tief ist und er richtig graben kann. Und das kann der Hamster von Lorena Hartmann aus Hermetschwil-Staffeln AG reichlich! Er hat auch ein Laufrad, Äste mit Laub und - ganz wichtig - er ist allein in seinem Reich. Hamster sind Einzelgänger. Das Gehege hat der Grossvater der Schülerin nach ihren Wünschen gebaut. Lorena Hartmann träumt von einem grossen Haus mit viel Platz für Tiere - und einem Beruf mit Tieren.

Wellensittiche: Ein schönes Paradies für viele Vögel
Wellensittiche leben in Schwärmen und sind nicht gern alleine. Deshalb sollten sie immer zusammen mit Artgenossen gehalten werden. In dieser grosszügigen Voliere in Niederwil AG haben sie genug Platz für Gesellschaft. Und sie können sich auch genügend bewegen. Es gibt ausserdem einen geschützten Raum, wohin sie sich auch mal zurückziehen können. Daniel Seiler pflegt und füttert die Wellensittiche gewissenhaft, dafür braucht er etwa eine Stunde am Tag. Doch für die Vögel nimmt er sich gerne Zeit.

Kaninchen: Das beste Zuhause für die Langohren
Susanne Nötzli aus Roggenburg BL hält «ihre» Kaninchen nicht nur, weil sie diese Tiere schon als Kind immer geliebt hat. Auch ihr 4-jähriger Sohn Joris hat sie sich unbedingt gewünscht. Auch er liebt «Häsli», hat auch viele Stoffhasen, mit denen er gerne spielt. Also hat die Familie vor zwei Jahren dieses Gehege angelegt. Joris hilft schon ein bisschen bei der Pflege mit. Zurzeit wohnen neun glückliche Kaninchen darin, sie haben sogar ein eigenes Höhlensystem gegraben und ein Häuschen gibts natürlich auch.

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